Optimierung der Patientensicherheit durch wissenschaftliche Weiterbildung für Gesundheitsfachberufe: Entwicklung und Erprobung eines Pilotmoduls an der Hochschule Osnabrück

Im Rahmen des Forschungsverbundprojekts „KeGL – Kompetenzentwicklung von Gesundheitsfachpersonal im Kontext des Lebenslangen Lernens“, welches in der 2. Wettbewerbsrunde der Förderinitiative „Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen“ vom BMBF gefördert wird, werden unter der Beteiligung der Hochschulen Ostfalia, Hannover, Jade und Osnabrück sowie der Universität Osnabrück bedarfsgerechte und modularisierte Zertifikatsprogramme zur kompetenzorientierten Weiterbildung von Gesundheitsfachpersonal erforscht, entwickelt, erprobt und evaluiert.
Da die zunehmende Komplexität von Versorgungsprozessen besondere Herausforderungen für die Patientensicherheit birgt, legt die Hochschule Osnabrück ein besonderes Augenmerk auf neue Aufgabenprofile von Gesundheitsfachberufen im Rahmen des Patientensicherheitsmanagements. In einer Bedarfsanalyse wurden diesbezügliche Kompetenzbedarfe identifiziert. Erste Priorität wurde den Kompetenzen Kommunikation und Teamarbeit bzw. der intra-, inter-, transdisziplinären und multi-professionellen Kooperation beigemessen, aus deren Zusammenführung das Pilotmodul „Patientensicherheit: Kooperation und Kommunikation“ entstand.
Ziel des Moduls ist der Auf- und Ausbau von Kompetenzen zur Selbsteinschätzung und zur wissenschaftlich fundierten Reflektion und Optimierung des Versorgungsfeldes in Bezug auf Kooperation und Kommunikation. Zudem werden vorhandene berufliche Kompetenzen sichtbar. Anhand eines selbst gewählten Fallbeispiels lernen die Teilnehmenden Problemfelder im eigenen Versorgungsfeld zu erkennen und Lösungsansätze zu entwickeln. Die enge Verzahnung mit der beruflichen Tätigkeit dient der zeitnahen Optimierung der Patientensicherheit.
Das mit 6 ECTs ausgewiesene Modul wurde im Sommer 2017 mittels einer Kombination aus Präsenz- und Onlinephasen und unterstützt durch eine Blended-Learning-Struktur erfolgreich pilotiert. Die Ergebnisse der Versorgungsfeldanalysen untermauern, dass eine strukturierte Kommunikation die Basis für eine interdisziplinäre oder organisations- bzw. sektorenübergreifende Kooperation der Leistungserbringer im Gesundheitswesen im Sinne von Patientensicherheit bildet und gleichzeitig die Arbeitszufriedenheit der Leistungserbringer erhöht.
Weitere Informationen

Kortekamp S., Gieseking A., Haar M. , Braun von Reinersdorff A., Hochschule Osnabrück

 

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